Schmuck und Gold im Pfandleihhaus – das sollten Sie unbedingt beachten
Die Autoreparatur duldet keinen Aufschub, die Nebenkostenabrechnung überrascht mit einer hohen Nachzahlung oder ein wichtiges Geschäftsprojekt benötigt kurzfristige Liquidität. In solchen Momenten kann ein seit Jahren im Schmuckkästchen liegender Goldring oder geerbte Goldbarren zur schnellen Lösung werden. Anders als beim Goldankauf behalten Sie beim Pfandkredit das Eigentum und können Ihre Wertsachen zurückerhalten.
Insbesondere Gold und hochwertiger Schmuck zählen zu den beliebtesten und wertstabilsten Pfandobjekten. Doch wie wird der Wert Ihrer Schätze eigentlich ermittelt und welche Faktoren beeinflussen den Auszahlungsbetrag maßgeblich? Viele Menschen unterschätzen, dass nicht nur der reine Materialwert, sondern auch der Feingehalt, der Zustand und die richtigen Dokumente eine entscheidende Rolle bei der Bewertung spielen.
In diesem Artikel erfahren Sie alles, was Sie über die Beleihung Ihrer Schmuckstücke und Ihres Goldes wissen müssen: von der korrekten Wertermittlung über die notwendigen Unterlagen bis hin zu praktischen Tipps, mit denen Sie den höchsten Auszahlungsbetrag für Ihr Gold und Ihren Schmuck erzielen.
Inhaltsverzeichnis

Adobe Stock – Carolyn Franks
Das Wichtigste in Kürze
- Gold und Schmuck gehören zu den beliebtesten Pfandobjekten mit einem hohen Wertpotenzial.
- Der Feingehalt entscheidet maßgeblich über den Beleihungswert Ihrer Edelmetalle.
- Dokumente wie Zertifikate und Kaufbelege erhöhen den Auszahlungsbetrag deutlich.
Was lässt sich besser beleihen – Barren, Schmuck oder Münzen?
Die Frage, welches Pfandobjekt die besten Beleihungskonditionen bietet, hängt stark von der Wertbeständigkeit und Standardisierbarkeit des Gegenstands ab. Goldbarren und Anlagemünzen stellen in dieser Hinsicht die klarste und damit am höchsten beleihbare Kategorie dar.
Objekte wie der Krügerrand, Maple Leaf oder American Eagle bieten die höchste Wertstabilität, da ihr Preis nahezu ausschließlich vom aktuellen Goldkurs an der Börse abhängt. Sie sind leicht zu bewerten und werden typischerweise mit einem hohen Prozentsatz – oft zwischen 70 und 80 Prozent des reinen Materialwerts – beliehen. Bei Goldbarren spielen lediglich das Gewicht und der Feingehalt (999,9/1000 oder 24 Karat) eine Rolle.
Schmuckstücke unterliegen hingegen einer komplexeren und differenzierteren Bewertung. Hier fließt neben dem reinen Gold- oder Edelmetallwert auch der sogenannte Liebhaberwert bzw. die Markenfaktoren in die Schätzung ein. Bei Stücken renommierter Hersteller wie Cartier, Bulgari, Tiffany & Co. oder Rolex liegt der Beleihungswert oft deutlich höher als bei No-Name-Produkten, da die Markenreputation, das Design und die Verarbeitungsqualität einen Wiederverkaufswert garantieren, der über den reinen Schmelzwert hinausgeht.
So wird der Wert von Schmuck und Gold ermittelt
Zunächst prüfen wir den Feingehalt des Edelmetalls, also den Anteil an reinem Gold. Dieser wird in Karat oder als Promillewert angegeben. 333er Gold enthält 33,3 Prozent Feingold, 585er Gold 58,5 Prozent und 750er Gold 75,0 Prozent. Anschließend wiegen wir das Stück. Aus Gewicht und Feingehalt errechnen wir den Wert auf Basis des aktuellen Börsenkurses.
Bei Schmuck mit Edelsteinen gestaltet sich die Bewertung anspruchsvoller. Diamanten von hoher Qualität mit entsprechenden Zertifikaten steigern den Wert deutlich. Farbedelsteine ohne Zertifizierung werden häufig nur als Beigabe zum Materialwert betrachtet.
Diese Unterlagen sollten Sie mitbringen
Die richtigen Dokumente erhöhen Ihren Auszahlungsbetrag erheblich:
- Kaufbelege und Rechnungen: belegen den ursprünglichen Wert und die Echtheit
- Echtheitszertifikate: insbesondere bei Diamanten mit GIA- oder IGI-Zertifikat
- Etuis und Originalverpackungen: signalisieren eine gepflegte Aufbewahrung
Falls keine Nachweise vorhanden sind, orientiert sich die Bewertung ausschließlich am Materialwert und der Verarbeitung. Bei Markenschmuck können wir oft anhand von Punzierungen die Authentizität prüfen.
Tipps für einen möglichst hohen Auszahlungsbetrag
Reinigen Sie Ihren Schmuck vor dem Besuch mit warmem Wasser und Spülmittel. Aggressive Reiniger können Schäden verursachen. Der Zeitpunkt Ihres Besuchs beeinflusst ebenfalls den zu erwartenden Auszahlungsbetrag. Bei hohen Goldpreisen erzielen Sie bessere Konditionen. Bringen Sie alle verfügbaren Unterlagen mit und präsentieren Sie Ihren Schmuck geordnet und vollständig.
Was passiert mit Ihrem Schmuck im Pfandleihhaus?
Ihr Schmuck wird nach höchsten Sicherheitsstandards gelagert. Jedes Pfandstück erhält eine Identifikationsnummer und wird fotografisch dokumentiert. Die Verwahrung erfolgt in gesicherten Tresoren, zusätzlich sind alle Gegenstände versichert. Sie können Ihr Pfand jederzeit auslösen. Bei Nichtrückzahlung nach Ablauf der Frist geht das Eigentum an das Pfandleihhaus über.
Zusammenfassung und Fazit
Die Beleihung von Gold und Schmuck bietet eine schnelle und unkomplizierte Lösungbei einem kurzfristigen Liquiditätsbedarf, ohne dass Sie sich endgültig von Ihren wertvollen Besitztümern trennen müssen. Der Beleihungswert hängt von einer Kombination aus objektiv messbaren Faktoren und werterhöhenden Merkmalen ab. Entscheidend für die Höhe des Auszahlungsbetrags sind primär der Feingehalt des Edelmetalls, das Gewicht sowie die Verarbeitung und bei Markenschmuck die Reputation des Herstellers.
Während standardisierte Goldbarren und Anlagemünzen den stabilsten Wert liefern, können Schmuckstücke renommierter Marken und zertifizierte Edelsteine oft hohe Beträge erreichen. Um Ihre Auszahlung zu maximieren, ist es unerlässlich, alle verfügbaren Unterlagen wie Kaufbelege und vor allem Echtheitszertifikate mitzubringen. Diese Dokumente belegen die Herkunft und Qualität Ihrer Wertsachen transparent.
Im Pfandleihhaus sind Ihre Gegenstände dank gesicherter Tresore bestens geschützt, sodass Sie beruhigt die Frist zur Auslösung abwarten können. Nutzen Sie die Expertise und die faire Beratung durch das Pfandleihhaus Hessen, um Ihre Wertsachen optimal beleihen zu lassen und kurzfristige finanzielle Engpässe schnell zu überbrücken.
